Schlagwort: Südamerika

  • Bodega Lima

    Bodega Lima

    Dass sich die meisten Menschen sehr bewusst sind, dass der Klimawandel ein bedrohliches Problem ist, zeigt ein Blick auf die Rangliste der beliebtesten Namen für männliche Neugeborene. Ich glaube nämlich kaum, dass man bei der Wahl des Namens “Noah” nur an den Sohn von Boris Becker gedacht hat, sondern eher die leise Hoffnung trägt, dass wenn der Bub schon nicht die kalte Fusion oder ein Verfahren zur energiearmen Herstellung von e-fuels erfinden wird, dass er doch zumindest zum passablen Archenzimmerer gedeiht, sollte wirklich der ganze Rest schieflaufen.

    Neben so ner Holzkiste mit Zoo würde ich ja für steigende Meeresspiegel auch einfach Peru in Betracht ziehen. Die haben einerseits ein paar Sechstausender und wissen andererseits recht gut, was man mit mehr Meer so anstellen kann. Ceviche zum Beispiel. Wenn das zu weit ist, dann geht auch die Bodega Lima. Hier fällt schon mal positiv auf, dass was hier Ceviche heißt auch Ceviche ist, während die restliche Gastronomielandschaft inzwischen wirklich jede Art von kalten Fisch so bezeichnet (RIP Sashimi). Klassisch gehalten überzeugt es nicht nur, weil man inzwischen fast nur noch sehr kreative Interpretationen des peruanischen Nationalgerichts bekommt und wird eigentlich nur vom sensationell knusprigen und weichen Chicharron (Schweinebauch) getoppt.

    “Zwei von jeder Art” kann daher sowohl ein herrgöttlicher Befehl an Noah sein als auch meine Bestellung nach einem Blick auf die Gänge in der Bodega Lima.

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    Ideal für: endlich mal wieder Ceviche wie früher

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  • Salt & Silver am Meer

    Salt & Silver am Meer

    Corona hat für die Digitalisierung gesorgt. Putin sorgt für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ich schätze mal, dass ein Kometeneinschlag für die Gleichberechtigung der Frauen sorgen wird. Aber fragt mich nicht wie, ich weiß es nicht, ich weiß nur eins: wir leben nicht gerade im Zeitalter der einfachen Kausalitäten. Der Flügelschlag eines Schmetterlings am Amazonas kann dafür sorgen dass hier irgendein Ingo Sonnenblumenöl in seinen Tank kippt. Nichts ist mehr einfach, nichts ergibt mehr auf den ersten Blick Sinn. Außer das hier: Salt and Silver am Meer. Jetzt erst merkt man, wie falsch sich die ganze restliche “Draußen nur Kännchen”-Gastronomie an der Nordsee anfühlt, jetzt erst merkt man, dass die Elbe nur ein mariner Zwischenschritt zur echten Meeresküste war. Leben werden vorwärts gelebt, aber rückwärts erzählt und das gilt wohl auch für das Leben einer gastronomischen Idee. Und auch wenn man sich sicher sein kann dass das nicht das letzte Venture von Salt and Silver ist, hat hier in Sankt Peter-Ording ein Konzept zu sich selbst gefunden. Strand aus Sand statt Palmen aus Plastik. Und dazu Zutaten aus der Region, auf einem riesigen Lavagrill zubereitet, eine Weinkarte, bei der man sich streitet wer zurückfahren muss aber vor allem: Seafood. Salz in der Nase, Salz auf der Haut, Salz auf der Zunge. Manche Dinge versteht man sofort.

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    Ideal für: Tagesausflug oder doch für immer da bleiben

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