Schlagwort: Ramen

  • Ume no Hana

    Ume no Hana

    Was haben Schuhe und Schlüssel eigentlich gemeinsam? Hat man früher einfach Türen mit dem Fuß aufgetreten und durch viele Innovationen und konstante Weiterentwicklung hat sich daraus der praktischere Türöffner “Schlüssel” entwickelt? Oder wurden frühe Schlüssel einfach auch aus Leder hergestellt, bis einem klar wurde, dass man damit nicht das Auto des untreuen Ehemanns zerkratzen kann? Irgendeinen triftigen Grund muss es doch geben, warum Schlüsseldienste und Schuhereparaturen immer von denselben Läden angeboten werden. Und vor allem: warum das ein Erfolgsmodell zu sein scheint. Man weiß ja aus der Gastro zur Genüge: Wenn jemand zwei oder mehr komplett unterschiedliche Dinge anbietet, wirds selten geil. Und selbst wenn die beiden Dinge gar nicht mal so weit auseinanderliegen (naja, 3800 km), am Ende sind vietnamesische Pho und japanische Ramen ja beides Nudelsuppen. Und was sie auch gemeinsam haben: im Ume no Hama sind beide so okay. Ähnlich wie die Vorspeisen. Kann man machen, muss man aber nicht. Haut keinen um, genauso wenig wie keinen mehr die komplett absurde Kombination von Schuh- und Schlüsseldienst umhaut.

    Ideal für: Paare und Gruppen die sich nicht zwischen Ramenbar und Vietnamese entscheiden können

  • Dim Sum Haus

    Dim Sum Haus

    TSCHINA! TSCHEINA! TSCHAINA!!!! Wie froh kann man eigentlich, sein dass der orange Agitator bald nicht mehr den roten Knopf in der Hand und die große Fresse hinter dem präsidialen Rednerpult hat? Und das asiatische Land für alles und vor allem die eigene Inkompetenz blamen kann? Dann denkt man bei “chinesich” vielleicht auch endlich mal wieder ans Essen. In den 90ern war “der Chinese” ja der Inbegriff der Exotik, was mich aber als leicht übergewichtigen Teen trotzdem nie dazu inspiriert hat, mal was anderes als “Schweinefleisch süß-sauer” zu bestellen. Dass da noch n bisschen mehr geht bekommt man aber gar nicht mehr so leicht mit, da ja inzwischen jedes China-Restaurant gefühlt einem Thai, Vietnamesen oder Koreaner weichen musste. Nur das Dim Sum Haus trotz seit fünf Jahrzehnten diesem Trend. Und zwar mit voller Wucht. Das Interieur hat eine so wunderbare chinesische Trutschigkeit, dass es fast schon an Stereotypie grenzt. Sieben Präsidentenamtszeiten hält man aber nicht nur mit ein paar Ming-Vasen und Wandlaternen durch: die Dim Sums aus der reichhaltigen Karte sind wirklich großartig, man sollte viele bestellen und unbedingt auf die Tipps der Kellner hören. Trotzdem aber bitte noch etwas Platz lassen für die Peking-Ente. Die ist alles andere als eine “lame duck”, sodass um die knusprige Haut des Geflügels schon bald bilaterale, diplomatische Krisen an beiden Enden des Tisches entstehen. Die Ente und die Dim Sums gibt’s gerade jetzt im November übrigens auch für Zuhause. Das ist insofern vorteilhaft, weil man eine Peking-Ente quasi unmöglich selbst zuhause hinbekommt und man sich gleichzeitig nicht mit dem etwas ungeschickten Empfangspersonal des Dim Sum Hauses rumärgern muss. Naja, die letzten 4 Jahre haben eben dann doch zu einer gewissen Sittenverrohung beigetragen.

    Ideal für: 90er Nostalgie, viel Hunger (man möchte einfach möglichst viele Dim Sums probieren), Gruppen (dann bekommt man den Tisch mit der Drehplatte)

  • Kokomo Noodle Club

    Kokomo Noodle Club

    Dieser Körper ist ein Gefängnis. Meine Artgenossen springen von Sims zu Sims, liefen über heiße Blechdächer und tanzten über die Bühnen der Musicaltheater. Aber ich bin hier, in die Unbeweglichkeit verdammt. Die Augen starr geradeaus, die Hinterläufe mit dem Unterkörper vollends verschmolzen, den rechten Arm wie angeklebt angelegt. Nur die linke Pfote, diese verfluchte linke Pfote ist das letzte Zeichen meiner Lebendigkeit. Ein letzter Rest Würde, ein letzter Rest Bewegung. Der letzte Weg um mich der Welt mitzuteilen. Und dann ist alles, was ich machen kann: auf und ab, auf und ab, auf und ab, auf und ab, auf und ab. Winke, winke. Bye, bye, bye, bye. Machts gut, machts gut, machts gut. Das Universum ließ mir nicht mal mehr ein Wort, nur noch ein Geste, eine einzige unmissverständliche Geste, eine einfache Botschaft, die ich den Anderen mitgeben kann und sie lautet: geht!

    Nur eine halbe Drehung würde reichen und ich könnte sie heranwinken, könnte sagen: “Kommt her, leistet mir Gesellschaft. Tretet ein, labt euch. Erlebt die Freuden die mir nicht mehr zugestanden werden. Esst die hervorragenden Gyozas, das knusprig-sabschige Korean Fried Chicken, die Ramen mit wunderbaren Biss. Trinkt, esst, streitet, küsst, tanzt, schlagt euch!” Nur eine kleine Drehung der Pfote, und die Welt würde mich endlich verstehen.

    Wieviel Leben haben Winkekatzen, und wann ist dieses endlich vorbei?

    Ideal für: Weeknight Dinner