Ich muss hier mal die AfD loben. Aber nur für eine kleine Sache. Den grundsätzlich ist das natürlich ein Drecksverein mit verachtenswerten Menschen. Aber der neue Claim, “Deutschland. Aber normal.”, der ist rein kommunikativ schon gut. Weil er ziemlich gut die mehr als fragwürdigen Wünsche der Kernwählerschaft relativiert. “Ich will ja nur ein normales Deutschland zurück.” klingt halt viel besser als “Ich will ein Deutschland zurück, in dem ich aufgrund meines Geschlechts oder meiner Herkunft Vorteile genossen habe.” Weil normal geht immer, gerade in Almania. Haben wir früher noch Glam-Rocker bewundert, die in goldenen Privatjets geflogen sind und teure Fernseher aus noch teureren Hotelzimmern geworfen haben, einfach nur so, fürs Gefühl, müssen jetzt Stars immer ganz normal sein. Wir wollen auf Instagram lieber Sarah Lombardi in ihrer Reihenhaushälftenhölle Apfelkuchen backen sehen als Nikki Sixx auf einem Jet-Ski beim Crack-Schnupfen zuzuschauen. “Stars – they’re just like us.” – ja leider! Aber klar: Exzesse brauchen auch Normalität, sonst würde man sie ja gar nicht mehr erkennen. Wenn es jeden Tag Kaviar gibt, sind das irgendwann auch einfach nur Fischeier.
Also Trattoria da Leandro. Ein ganz normales Restaurant? Ja und nein. Hier gibt es zum Beispiel sehr, sehr gute selbstgemachte gefüllte Pasta. Am besten sind die allerdings, wenn sie nicht von einer sehr scharfen Sauce komplett überspielt werden. Aber vor allem ist Trattoria da Leandro ein solider Italiener, in dem man sich zwei Peroni und ein Hauptgericht reinpfeift und mit 25 Euro raus geht. Und ab und zu brauch ich so was. Im Gegensatz zu rechten Parteien im Bundestag.
Ideal für: nach dem Baden noch zum Italiener
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