In mir gibt es seit kurzem diese tiefe Sehnsucht.
Seitdem überall von Artificial Intelligence die Rede ist, von Large Language Models, von Filmen und Bildern, die sich fast wie von Zauberhand digital selbst erschaffen, seitdem keimt in mir so eine stille Hoffnung auf: dass das nicht der Anfang von Etwas ist, sondern das Ende.
Wir haben das digitale Universum einst geschaffen, um es zu füllen und jetzt füllt es sich selbst. Es braucht uns nicht mehr. Und irgendwie ist da diese kleine Hoffnung, dass wir jetzt einfach die Tür zusperren und den Schlüssel von der nächsten Brücke werfen. Die Hoffnung, dass wir das Internet all die Jahre einfach nur aufgezogen haben wie ein kleines Robbenbaby, es gefüttert und gepflegt haben, als es uns dringend gebraucht hat und jetzt, wo es endlich erwachsen ist, entlassen wir es in das große weite Meer, mit dem Glauben, dass es jetzt schon für sich selbst sorgen kann, mit einer bittersüßen Träne in den Augen, wohlwissend dass wir es vielleicht nie wieder sehen werden und mit der Hoffnung, dass es ihm ohne uns besser gehen möge.
Und wir, wir können dann endlich wieder so Menschensachen machen. So richtige Menschensachen. Sowas wie das Gasthaus Waltz in München. Wo man österreichische Gerichte bekommt, die eben weder einfach eine Strg-C, Strg-V Kopie einer alpenländischen Kulinarikfolklore sind, aber eben auch nicht eine contemporary verfiltert hochkontrastige CGI-Fine Dining Version der K.u.K-Küche. Es sind Speisen, die ihre österreichischen Wurzeln klar erkennen lassen, aber genau die paar wichtigen Schritte weiter gehen, um sie zu etwas Besonderem werden zu lassen. Und genau weil die Teller mit einer gewissen Erwartung des Gastes spielen und sie dann mit ganz spitzer Feder übererfüllen, haftet der Küche so etwas zutiefst, nun ja, menschliches an.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob meine Worte genau das beschreiben, was ich fühlte, aber ich bin eben auch keine perfekte KI-Sprachsoftware. Aber: Dank der traumhaften Weinkarte im wirklich wundervollen Gasthaus Waltz kann ich immerhin genauso gut abstürzen.
Ideal für: einen Abend unter Menschen
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