Schlagwort: Lieferdienst

  • MKM(AT)

    MKM(AT)

    Es war wie die Reise nach Jerusalem. Nur nicht mit Stühlen, sondern mit Lebenssituationen. Nur noch zwei Haushalte. Ein anderer und eben der eigene. Und zwar so wie er in dem Moment auch war. Konnte ja auch keiner so richtig ahnen. Jetzt sitzt man halt da, mit seinem Haushalt und muss ihn so nehmen wie er ist. Mit all den Ärgernissen und all den Defiziten, die er halt so mit sich bringt. Mit dem schlechten Lichteinfall ab Nachmittag, den nervigen Nachbarn darunter, dem Herd, der nicht mehr so richtig genau funktioniert. Und vor allem mit den Personen, die so ein Haushalt eben mit sich bringt. Und die meist so viel können was man gerade gar nicht gebrauchen kann (Businesspläne für Eco-Startups schreiben oder Salesfunnels für Volumenshampoos erstellen) und so wenig von dem was gerade wichtig wäre (kochen, backen, nähen). Das ist die eigentlich Ungerechtigkeit dieser ganzen Situation: Das manche einfach nen exorbitant besseren Haushalt als andere haben. Nicht alle haben zum Beispiel Michi zuhause. Aber es gibt eine gute Nachricht: Michi kocht mehr (MKM, das AT steht für Arbeitstitel). Und zwar um die 10 Portionen, die er selbst bei den Bestellern vorbeibringt. Bouillabaise, Shakhshuka, Milchkalbsbackerl, Entenleberpastete. Und das ist das Schöne: obwohl einem Essen gebracht wird, fühlt es sich nicht an wie ein Lieferdienst. Weil die Gerichte erst gar nicht versuchen, einen Massengeschmack zu treffen. Weil es sich eher so anfühlt, wie als wäre man in einem Fight-Club für Essen. Oder wie als würde ein Freund für einen kochen. Oder wie als würde man sich für einen Abend einen Haushalt ausleihen, der einfach viel mehr kann als der eigene.

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    Ideal für: alle, die es vermissen, im Restaurant das etwas ungewöhnlichere Gericht zu nehmen