Schlagwort: Fisch

  • XO Seafoodbar

    XO Seafoodbar

    Besonders dämlich finde ich es ja immer wenn man Städte durch den Vergleich mit anderen Städten beschreibt. Vor allem weil die Umkehrung nie funktioniert. Niemand würde Paris als “das Bukarest des Westens” bezeichnen. Wenn man “Elbflorenz” weiter spinnt, müsste man Firenze als “Arnodresden” bezeichnen. Und höchst selten liest man von New York als “Hudsonfurt”, während “Mainhattan” in jeder hessischen Stadtmarketingbroschüre steht. Und wenn sich Vilnius als das “Jerusalem des Nordens bezeichnen” weiß ich eh gar nicht mehr was ich fühlen soll. Nicht nur der Mensch, auch Städte tanzen einen Flamenco zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung, in dem man mal ganz eng, mal ganz fern voneinander ist und auch immer mal wieder stolpert. Getrieben von dem Wunsch, sich etwas mehr Flair zu verleihen als es einem bisher zugestanden wird. Im XO klappt das seit letztem Jahr allerdings ziemlich gut. Recht viel mehr Piazza wird man in Norddeutschland nicht hinbekommen. Und während im letzten Jahr kurz nach der Eröffnung einige Gerichte gut und nur ein paar extraordinary waren, ist inzwischen jeder einzelne Gang ohne Ausnahme ein Seafood Erweckungserlebnis. Also: italienisches Piazzaflair mit skandinavischer Seafoodbarkulinarik – dann verleihe ich hiermit, falls ihn irgendwer unbedingt nutzen möchte, den folgenden Titel: Das XO ist das Mailand-Kopenhagen Hamburgs.

    Ideal für: Essen, sehen und gesehen werden

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  • Veddeler Fischgaststätte

    Veddeler Fischgaststätte

    Leute die “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen” sagen, geht es wirklich nie um das, was man angeblich nicht mehr sagen darf, sondern immer nur um den Umstand, dass sie irgendwas nicht mehr sagen dürfen. Und während dann oft auch noch skandiert wird “dass man heutzutage ja überhaupt nichts mehr sagen darf” wird recht schnell klar, dass man heutzutage sehr viel sagen darf und meist eben nur ein paar unwichtige Kleinigkeiten nicht mehr. Sowohl Dickmänner als auch die Paprikasauce spielen zum Beispiel schon seit Jahrzehnten kulinarisch nicht mehr die Rolle, die sie immer wieder sprachlich spielen. Also wollen Leute die sagen, dass man heutzutage ja gar nichts mehr sagen darf, selten genau das sagen, was sie nicht mehr sagen dürfen, sondern einfach nur irgendwas sagen, das man nicht sagen darf. Und das geht aber auch ganz einfach ohne Minderheiten zu beleidigen: zum Beispiel in dem man Geheimtipps verrät. Mir wurde recht häufig gesagt, dass ich bloß nicht zu vielen Leuten was von der Veddeler Fischgaststätte sagen soll. Mach ich aber jetzt trotzdem: Denn erstens kann man bei einer über 80-jährigen Gaststätte nicht erwarten, dass hoffentlich niemand was davon mitbekommen hat und man das “kultige” Ding noch möglichst lange für sich alleine hat und zweitens sind der Backfisch und die Fischfrikadellen dafür einfach zu lecker. Und dass die Veddeler Fischgaststätte in Ihrer exponierten Lage zwischen Autobahn, Elbbrücken und LKW-Verladeplätzen zwar wirkt wie eine kleine Oase, allerdings wie eine Oase aus einem norddeutschen Stephen King-Roman … also das wird man ja wohl wirklich noch sagen dürfen!

    Ideal für: Ende einer Radtour am Veddeler Deich

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