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    Die gute Botschaft

    Nur ein paar Wochen Lockdown und in Berlin treffen sich zigtausend Reichsbürger, Hippies, Verschwörungstheoretiker, Liegeradfahrer, Flat-Earther und sonstige Schwachmaten um Reichskriegsflaggen durch die Hauptstadt zu tragen, als würde eine alternate History-WM stattfinden. Ich will mir gar nicht vorstellen was gewesen wäre, wenn wir 7 Jahre lang nicht hätten rausdürfen. So lange saß nämlich Julian Assange in der Ecuadorianischen Botschaft in London fest. Ich weiß nicht was es da zum essen gab, aber ich würde “Die gute Botschaft” trotzdem blind der ecuadorianischen vorziehen. Allein schon weil das mit der “Fusion-Küche” hier irgendwie zu klappen scheint. Normalerweise bedeutet Fusion-Food ja meistens, dass das Restaurant nicht nur eine Küchenrichtung nicht beherrscht, sondern von zwei Landesküchen keine Ahnung hat. Hier hingegen gibts als Vorspeise eine Art dekonstruierten Schweinebraten, daneben japanische Karaage und später ein geschmortes Chuck Steak, das geschmacklich dank Sternanis und Zitronengras einen Umweg über Vietnam genommen hat. Wie selbstverständlichen neben Sushireis, einer halben Ente und lateinamerispanischen Saucen wie Mojo und Anchovy Chimichurri. Und das alles funktioniert hervorragend zusammen. Das kombiniert mit dem Blick auf die Alster, unzähligen Flaschen Wein, vielen Frotzeleien von Tim M. und der nächtlichen Plünderung des Zigarettenkellers des Hausherren hat dann zwar nicht zu einem 7-jährigen Aufenthalt geführt, aber immerhin zu einem 7-stündigen. 

    ideal für: ungezwungenes Fine Dining, Selfies mit dem Mälzer