Schlagwort: Berlin

  • Cookies Cream

    Cookies Cream

    Der Pinsel der Erinnerung malt gülden. Nur was Juristisches angeht stimmt das nicht so ganz. Denn Justitia greift nämlich auf ihren Schreibtisch eher in eine andere Schublade und macht immer mal wieder vom Radiergummi der Erinnerung gebrauch. Hier ein bisschen rubbeln, da ein bisschen radieren, bis irgendwann nichts mehr übrig bleibt außer unbrauchbare Fetzen, die gedankenlos vom Tisch gefegt werden können. Verjährung, ist ja eigentlich eher was für Steuerhinterzieher. Allerdings hoffe ich dass mein Verstoß gegen die “no photos”-policy” des Cookies nach eineinhalb Jahren jetzt auch langsam verloren sein wird in der Zeit, wie Tränen im Regen. Und gleichzeitig kann man doch jetzt, wo ich eh auf throwbacks angewiesen bin, doch mal ein ganz interessantes Experiment starten: welche Schmierereien hinterlässt denn der sogenannte Pinsel überhaupt, so gute 18 Monate später? Einmal das ausgezeichnete Wassermelonensashimi, das von der Konsistenz wirklich sehr an Lachs erinnert hat. Dann der Hauptgang, bei dem mich leider das Gefühl nie los ließ, dass man mit der kubischen Aubergine versucht hat ein Stück Fleisch zu ersetzen. Und dann der grandiose Tomatentee, eine Art klare Tomatenbrühe. Da hat der Pinsel nicht nur golden gemalen, das wurde mir regelrecht ins Hirn eingraviert, so oft hab ich den Geschmack noch präsent. Das Cookies ist übrigens vegetarisch (oder vegan?) aber das ist die ganze Zeit ziemlich angenehm undogmatisch egal. Also sorry @cookiescreamberlin, dass ich euch so sneaky hintergangen hab. Justitia ist vielleicht blind, aber der Rest brauch halt Content für Insta.

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    Ideal für: hippes Berliner Hinterhof-Geheimtipp-Feeling beim Reingehen, Dinner mit Vegetariern und nicht-Vegetariern

  • Kuchi Mitte

    Kuchi Mitte

    Kino – „Ja da war doch mal was“ denkt man sich als man die großen roten Lettern über dem Hinterhof des Kuchi schweben sieht. Auch so ein Vor-Corona Vergnügen. Naja, Vergnügen… Fast and the Furious Teil dreihundertzweiundsiebzig mit der CGI Repräsentation von dem Hund von dem einen, der sich mal um den Baum gewickelt hat und Vin Diesels linken Bizeps in der Hauptrolle, dazu bitte zwei Hektoliter Cola-Light und Nachos mit diesem gelben Tapetenkleister. Oder halt gute Filme in irgendeinem Programmkino, in dem die Qualität der Vorführtechnik ungefähr auf dem Level von einem ins Wasser gefallenen Iphone 3S ist. Wenns das dann jetzt vielleicht mit Kino war, bleibt uns eben vielleicht nur noch essen gehen. Ist ja am Ende irgendwie auch das gleiche. Auf dem Teller gibt es Hauptdarsteller, Nebendarsteller. Dramaturgie ist wichtig, weiß jeder bei dem die Vorspeise schon mal nach dem Hauptgang kam. Der Regisseur ist meistens nicht zu sehen. Und den Schnitt sollte man eh nicht versauen. Das Kuchi Mitte: wäre in dem Fall ein asiatischer Thriller, für den westlichen Markt passend adaptiert. Die großen Stars Fernosts, Udon, Sushi, Dim Sum, Yakitori, Wok kommen nochmal zusammen um die Welt zu retten. Oder zumindest Berlin Mitte. Überzeugende Performance, hier und da fließt sogar mal ne Träne (Wasabi sei dank). Und seid beruhigt, wenn ihr aus dem Dunkel des Kuchi heraustretet könnt ihr immer noch die total bescheuert Kinofrage stellen: “Und, wie fandest dus so?”

    Ideal für: Weeknight Dinner, Kino hat zu

  • District Mot

    District Mot

    Eine Schlange kann keinen Elefanten essen. Rosen können nicht sprechen. Und ein Asteroid von der Größe eines Hauses kann keine Atmosphäre halten, in der Blumen geschweige denn kleine adelige Humanoiden überleben können. Und auch in einer anderen Sache hatte Antoine de Saint-Exupéry unrecht: Das Wesentliche ist für die Augen nicht immer unsichtbar. Manchmal liegt das Wesentliche auch gut sichtbar auf einer Verkehrsinsel inmitten eines von Touris überlaufenen Stadteils. Das Đistrict Một ist wahrlich kein Geheimtipp, allein schon weil er in einer Ecke liegt die von so vielen Hotels bevölkert ist, dass man abends gerne auch mal vor dem falschen “Amano” steht. Und dazu alarmiert der Vietnamese mit allerlei bunter vietnamesischer Plastikheit auf seiner “Terrasse”, die von Straßenbahnen umkreist wird wie von hungrigen Aasgeiern. Diesen Laden zu empfehlen fühlt sich fast so an wie als würde man sagen “Neuschwanstein? Wenn ihr schon da seid dann schaut euch doch gleich mal dieses Schloß an!”. Und trotzdem wird es hiermit getan: nach vielen Besuchen wurde ich noch nie von einem Gericht enttäuscht, im Gegenteil, neben sehr guten Basics wie Pho, Bao Bun Burger und diversen Reisnudelbowls gibt es immer mal wieder sehr spezielle Specials wie zum Beispiel Froschschenkel und Crawfish. Nur Elefant gab es noch nicht. aber wer weiß, vielleicht ist der auch einfach nur den Schlangen vorbehalten.

    Ideal für: Mittag, Weeknight Dinner,