Also jetzt nach 3 Jahren und über 170 Restaurantbesuchen kann man ja auch wirklich mal die kritische Frage stellen: Was weiß denn ich? Denn wie jeder gute Kreative überfällt auch mich in regelmäßigen Abständen dieses familiäre Gefühl, dass ich doch eigentlich gar keine Ahnung von dem Ganzen habe und bald jemand kommt und mich auffliegen lässt. “Wo ist denn eigentlich ihr Gastronomie-Abschluss? Ihr staatlich geprüfter Kritiker-Meisterbrief? Oder zumindest ihr Jodeldiplom? Sie können das hier doch gar nicht, Sie dürfen das hier doch gar nicht. Legen Sie die Schachtelsätze weg und nehmen Sie die Hände auf den Rücken!” Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, dass das Massaman Curry im Jing Jing etwas zu süß war, woher will ich das bitte wissen? Hab ich jemals ein richtiges Massaman gegessen? War das, was ich bisher als Massman hatte, wirklich Massaman Curry? Ich bin ja kein thailändischer König, auch wenn ich viel Zeit meines Lebens schlecht benehmend in Bayern verbracht habe. Und vor allem: wenn alle anderen Gerichte, das cremige Larb-Tatar, der erfrischend saure Schweinefleisch-Salat, das bombastisch gewürzte Pad Krapao Gai, wenn die alle so unfassbar intensiv sind wie eine nächtliche TukTuk-Fahrt nach 13 Chang Bieren – dann muss ich sagen: vielleicht muss Massaman ja genau so sein. Und vielleicht hatte Jumbo Schreiner recht: ich kann das alles in Wirklichkeit gar nicht.
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Ideal für: Start ins Wochenende
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