Kategorie: Hamburg

  • Traumkuh

    Traumkuh

    Es ist ja nicht so als ob ich sonderlich viel Qualifikation für das Ganze hier hätte. Es ist ja nicht so als ob es eine Zulassung zum staatlich geprüften Foodblogger gibt. Mit Volkshochschulkurs wie man am besten sein Essen von oben oder im 45°-Winkel fotografiert. Mit einer kurzen Einweisung in die Geschichte des Hashtags, einem Grundkurs in Affiliate-Code-Algebra und ein paar Stunden über die Ethik von ungekennzeichneten Sponsored Posts. Ne, hier im Internet wird das Versprechen aller Blankeneser Helikoptereltern wahr, denn hier kannst du alles werden – oder zumindest so tun als wärst du das was du unbedingt sein willst. Nichts berechtigt mich dazu hier meinen Senf zu allem möglichen dazuzugeben und genauso berechtigt mich nichts dazu mich über Poutine zu äußern. Das magische kanadische Saufessen, das ich nur aus dem Internet kannte, hat jedoch auf mich, der sich in Helbinginduzierter Umnachtung nicht nur einmal schamlos die Chilli Cheese Fries bei KFC reingepfiffen hat, schon immer eine gewisse Faszination ausgeübt. Pommes mit Bratensoße und Käse klingt am Ende auch einfach wie ein Gericht, das sich eine künstliche Intelligenz nach einem ungetrübten Blick auf das Essverhalten der Menschheit ausgedacht hat. Allerdings eine künstliche Intelligenz, die uns ausrotten will, still und heimlich, indem sie unsere Cholesterinspiegel steigen lässt so wie wir den Meeresspiegel. Traumkuh bietet das Zeug glücklicherweise neben einigen Burgern an. Aber irgendwie wird Poutine nie mehr als die Summe ihrer Teile, Pommes, Bratensoße, Mozzarella. Und da ich wie gesagt keine Ahnung hab, von dem Ganzen hier und von Poutine erst recht nicht, kann ich jetzt nicht wirklich sagen ob es an der Poutine von Traumkuh liegt oder an Poutine allgemein. Nun, wenn es schon keinen staatlich geprüften Foodbloggertitel gibt, vielleicht kann ich ja bei der kanadischen Botschaft ein Stipendium zur Erforschung der Poutine in ihrem natürlichen Habitat beantragen.

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  • Mission Pizza

    Mission Pizza

    Ab wieviel Wortspiel zeigt eigentlich ein Gastronom oder eine Gastronomin, dass er/sie vielleicht heimlich doch lieber einen Friseursalon aufgemacht hätte? Zum Glück haben bei Mission Pizza nur eine handvoll Gerichte Namen, bei denen man kurz vor dem Bestellanruf überlegt, ob man nicht doch lieber über die Lieferando-App bestellt. Bei der “Specktacular” mit Speck, Champignons und roten Zwiebeln ist die Benennung auch wirklich das Einzige, was ich daran auszusetzen habe. Und das obwohl ich kein großer Fan von Pizza Bianca bin. Bei der “Hot Honey” meckere ich gar nicht mehr: Salami mit Chilli-Honig und Tomatenbase, und das ganze auf New York-Style dough, der durchaus mal eine angenehme Abwechslung zu den ganzen neapolitanischen Teigungetümen ist. 

    Für alle Follower: Hingehempfehlung. 

    Und für Mission Pizza: hier ein paar Worstpiel-Rezept-Ideen:

    Pizza al Funky – mit Pilzen, aber die mit denen man alles bunt sieht

    Pizza Prostciuotto – mit Schinken und 4 Peroni

    Pizza ‚Ndrangheta – mit so viel Knoblauchöl, dass man danach nicht mehr reden sollte.

    Pizza Kawaii – mit Ananas und in Hello Kitty-Form

    Pizza Quattro Formatschi – zu kurz gebacken

    Pizza Pompei – zu lang gebacken

    Pizza Sparma – mit dem billigen luftgetrockneten Schinken

    Ideal für: Lockdown-Spaziergänge, Bestellung

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  • Veddeler Fischgaststätte

    Veddeler Fischgaststätte

    Leute die “Das wird man ja wohl noch sagen dürfen” sagen, geht es wirklich nie um das, was man angeblich nicht mehr sagen darf, sondern immer nur um den Umstand, dass sie irgendwas nicht mehr sagen dürfen. Und während dann oft auch noch skandiert wird “dass man heutzutage ja überhaupt nichts mehr sagen darf” wird recht schnell klar, dass man heutzutage sehr viel sagen darf und meist eben nur ein paar unwichtige Kleinigkeiten nicht mehr. Sowohl Dickmänner als auch die Paprikasauce spielen zum Beispiel schon seit Jahrzehnten kulinarisch nicht mehr die Rolle, die sie immer wieder sprachlich spielen. Also wollen Leute die sagen, dass man heutzutage ja gar nichts mehr sagen darf, selten genau das sagen, was sie nicht mehr sagen dürfen, sondern einfach nur irgendwas sagen, das man nicht sagen darf. Und das geht aber auch ganz einfach ohne Minderheiten zu beleidigen: zum Beispiel in dem man Geheimtipps verrät. Mir wurde recht häufig gesagt, dass ich bloß nicht zu vielen Leuten was von der Veddeler Fischgaststätte sagen soll. Mach ich aber jetzt trotzdem: Denn erstens kann man bei einer über 80-jährigen Gaststätte nicht erwarten, dass hoffentlich niemand was davon mitbekommen hat und man das “kultige” Ding noch möglichst lange für sich alleine hat und zweitens sind der Backfisch und die Fischfrikadellen dafür einfach zu lecker. Und dass die Veddeler Fischgaststätte in Ihrer exponierten Lage zwischen Autobahn, Elbbrücken und LKW-Verladeplätzen zwar wirkt wie eine kleine Oase, allerdings wie eine Oase aus einem norddeutschen Stephen King-Roman … also das wird man ja wohl wirklich noch sagen dürfen!

    Ideal für: Ende einer Radtour am Veddeler Deich

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  • Austerregion

    Austerregion

    “Das war ja mal ein Arme-Leute-Essen!!!” muss man immer ganz laut rufen wenn man irgendwelches fancy Zeug isst, sonst erscheint ein Goblin und prüft deine Steuererklärung. Aber wie es so ist, Armut und Reichtum liegen halt dann am Ende doch gar nicht so weit auseinander, zumindest wenn man dem Musikfernsehen glauben schenken mag. Denn je ärmer der Gangsterrapper war, desto größer die Rolex, der Bentley und die Felgen des Bentley. Man will ja zeigen was man hat aber noch viel mehr will man zeigen was man früher nicht hatte. Und das natürlich am besten auf der Straße. Insofern passt so ein Lunch mit Austern, Jakobsmuscheln und etwas Champagner auf einem Stromkasten doch wieder ganz gut in die popkulturelle Erzählung unserer Zeit. Ab und zu muss man verwunderten Passanten zwar erklären, dass man die wirklich roh essen kann, aber an der Isestraße ist man ja häufig so alt und so reich dass man die Mollusken wirklich noch als Bedienstetenessen kennt. Aber ganz ehrlich: wer mir jeden Mittag die ausgezeichneten Austern von @austerregion serviert, dem mach ich ohne zu Murren den Stalljungen. Vor allem wenn es die wilden gibt. Ansonsten bleibt eigentlich nur die Frage: sitzen in 100 Jahren irgendwelche Gourmets in einem Sternerestaurant vor einer dampfenden Plastikschale 5-Minuten-Terrine und rufen laut und amüsiert “Das war ja mal ein Arme-Leute-Essen”?

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    Ideal für: den start ins daydrinking

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  • Milk Made Ice Cream

    Milk Made Ice Cream

    Never grow up. So ne Maxime die ich jetzt nicht immer unterschreiben würde. Denn in den letzten Jahren hatte man häufig das Gefühl, dass sowohl die Gastroszene wie auch die Gastszene eigentlich nur noch versuchen die Kinderkarte, die man ihnen vor Jahrzehnten mal hingelegt hat, einfach hochzujazzen. Pizza, Burger, Schnitzel. Oder eben jetzt: fancy Pizza mit 300 Jahren Teigruhe, Wagyuburger mit Trüffelmayo und der Wettbewerb ums dünnste Schnitzel der Stadt. Na gut, wir wissen ja nicht erst seit Disney’s Ratatouille dass Geschmack und Genuss relativ viel mit Erinnerung zu tun haben. Den Pizzerien und Schnitzelläden dieses Landes lasse ich dieses Entbanalisieren des Infantilen noch durchgehen, aber wenn sich erwachsene Männer über den perfekten Burger unterhalten haben verspürte ich schon immer den Drang ihnen sanft den Weg zum nächstgelegenen Bällebad zu weisen. Wem ichs auch durchgehen lasse: Milk Made Ice Cream. Perfektioniert das Salzkaramell noch weiter, macht das Himbeersorbet noch dunkler, gibt Spaghettieis die Würde, die es vielleicht nie verdient hat. Wer seine Kindheitserinnerungen noch professioneller und intensiver hervorgerufen haben möchte als nach einem Besuch hier müsste sich schon einen Schamanen und Ayahuasca besorgen.

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    Ideal für: Ende oder Anfang eines Spaziergangs

  • Boba 102

    Boba 102

    Cathy Hummels hat mal gesagt “Mein Körper war verdammt harte Arbeit”. Das gilt für mich auch. All die Zusatzkilos auf den Hüften, das ist auch nicht immer Spaß und Leichtigkeit. Ihr denkt alle “Foodblogger, die reisen ständig herum, gehen nur in Sternerestaurants umsonst essen und bekommen ständig geile Sachen geschenkt.” Aber nicht hier. Denn Guide Pelzenstein geht auch dahin wo es wehtut. Dahin, wo sich die Glitzerwelt-Blogger nicht hintrauen. Ich bin der Günter Wallraff der Kulinarik. Der Navy Seal unter den Gastro-Kritikern. Die Ein-Mann-Spezialitäten-Spezialeinheit. Immer undercover und immer bereit zu- und nachzuschlagen. Derjenige, der keine Angst vor den weltweiten Krisenküchenherden hat. Derjenige, der sich traut, in einem Nagelstudio Banh Mi zu bestellen. Ew. Einerseits weil ich ein unerschrockener Pionier bin. Und andererseits weil ich Banh Mi wirklich gerne mag und nicht so ganz verstehe, warum die tausend Vietnamesen in Hamburg eines der besten To Go-Essen der Welt einfach nicht anbieten. Das Banh Mi von Boba 102 ist nicht das geilste der Welt, aber enttäuscht auch nicht. Brot ist soweit gut, das Gemüse ist nicht zu lange eingelegt gewesen, Fleisch und Sauce auch okay. Man bekommt bestimmt noch jedes einzelne Element ein bisschen geiler und fancier hin. Aber warum sollten sie auch, macht ihnen ja keiner Konkurrenz. Und dafür, dass das ganze Teil am Ende dann doch einfach immer noch normalerweise ein Nagelstudio ist, passt schon. Meine Mission hier war jedoch noch nicht beendet. Für euch fürchte ich weder Tod noch Teufel und gehe bis ans äußerste – also noch einen Maracuja-Kiwi-Bubble Tea dazu. Mein Gesicht dazu seht ihr beim swipe nach rechts. Wie sagen die Navy Seals: The only easy day was yesterday.

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    Ideal für: to go im Sommer

  • Dametto Nudeln

    Dametto Nudeln

    Es hat schon einen Grund warum frische Nudeln in Nestern geformt werden. Ein Nest wärmt dich, es umarmt dich förmlich. Ein Nest gibt dir Halt, Geborgenheit. Du wirst genährt, es wird sich um dich gekümmert. Du wirst geschützt ja und mehr noch – du wirst geliebt. Genau wie frische Pasta es eben tut. Ein Nest und Pasta sind aber eben auch viel Arbeit und deswegen gilt für beides: am besten macht es jemand für einen. Idealerweise Dametto. Und zwar nicht nur längliche Pasta, sondern auch Tiramisu und Ravioli mit immer wieder wechselnden Füllungen. Ravioli werden zwar nicht in Nestern serviert aber wenn man mal ganz genau hinsieht: sind das nicht kleine Kissen?

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    Ideal für: Freunde zu Besuch und keinen Bock alles selbst zu machen

  • Tortas Don Jamie

    Tortas Don Jamie

    Irgendwann werden die SETI-Teleskope ein Signal empfangen. Irgendwann wird dieses Signal nicht mehr mit einen Pulsar oder ähnlichen natürlichen Effekten erklärbar sein. Irgendwann wird man feststellen dass unbekannte Flugobjekte zu uns unterwegs sind. Irgendwann werden sich die Menschen deswegen die Köpfe einschlagen oder endlich zusammenraufen und ein multilaterales Empfangskomitee zusammenstellen. Irgendwann wird ein Raumschiff landen, angetrieben von einer Technologie die für uns komplett unverständlich ist. Irgendwann werden Wesen aus diesem Gefährt aussteigen, mit acht Armen oder gar keinen, teilweise oder ganz technisch-bionisch erweitert. Sie kommunizieren in einer Sprache die wir nicht verstehen oder auf eine Art, die wir mit unseren Sinnen gar nicht erfassen können. Irgendwann wird eines dieser Lebewesen nach der langen Reise eine Box aus fremdartigen Metall öffnen und etwas herausholen. Eine Art Schwefelplasma oder eine Energiequelle auf Molekülbasis, eben etwas, das diese Lebewesen für ihren Metabolismus benötigen. Und das ganze steckt dann natürlich in einem squishy Weißbrot.

    Denn das ist einfach der kleinste gemeinsame Nenner allen Lebens im Universum: Essen in ein Brot packen. Die Bayern machen Leberkässemmeln, die Amerikaner machen Burger, die Engländer machen Sandwiches, die Kubaner machen obviously Cubanos, ja sogar die sonst nicht so Brotverrückten Asiaten machen Banh-Mi und Katsu Sando. Essen in erhitztes Getreide packen ist die einzige wahre Weltformel. Oder sogar Weltraumformel. Deshalb ergibt es auch komplett Sinn die Sachen, die sonst auf einen Taco kommen, mal in einer Torta, einem mexikanischen Sandwich, zu verputzen. Die könnt ihr bei Tortas Don Jaime entweder bestellen oder ihr macht euch selbst auf die Reise in einen etwas versteckten Eimsbütteler Hinterhof. Wenn die Aliens die Erde finden können, werdet ihr das ja wohl gerade noch schaffen.

    Ideal für: wenn man Bock auf Tacos hat, aber irgendwie doch nicht Bock auf Tacos hat.

  • Rohhäppchen

    Rohhäppchen

    Sandra hatte es nicht leicht. Allein schon weil sie nicht Sandra hieß. Denn Sandra war eigentlich Annabelle Valeria Shaniqua von Hohenzollern. Aber so glanzvoll ihr Name auch war, so eine Bürde war er auch. Vor allem auf Tinder. Anfangs waren die Boys ja noch angetan vom Glamour, von Ländereien und Jagdrevieren. Aber sobald sie ihnen erklären musste, dass ein “Family Office” kein Gästezimmer mit Schreibtisch ist und eine Centurion aus Amerika und nicht aus dem alten Rom kommt, ja spätestens dann war auch der letzte Jurastudent eingeschüchtert. Dabei wollte sie einfach nur einen ganz normalen Typen kennenlernen, einen der sie so mag wie sie ist. Und vor allem einen mit dem sie nicht näher verwandt ist. Die Operation ihrer Habsburger Lippe war schon aufwendig genug, das wollte sie ihren Kindern nicht auch noch antun. Also Sandra. Ihre neue Identität: Urlaub in Cesenatico statt Yacht vor Marbella. Studium in Bremerhaven statt Ludwigshafen. Sie kannte ihre neues Ich auswendig. Besonders jetzt, wo der süße Thorbjörn zum dritten Date kam. Er war zwar schon verwundert, warum sie Sushi bestellt hatte, aber glücklicherweise erfand sie noch schnell die Notlüge mit dem Geburtstagsgutschein. Alles lief gut. Sie schauten 3sat und unterhielten sich sogar über Themen wie Miete, Dispo und Monatsende, Dinge die sie sich in den letzten Tagen erst mit Wikipedia anlesen musste. Doch dann nahm sie ein Stück der California Roll mit Thunfischtatar, Miso-Majo und einem enorm großen Stück Trüffel in den Mund. Sie schloss die Augen, kaute genüsslich und dann entfuhr es laut nicht der Sandra, sondern der Annabelle Valeria ihn ihr: “Oh mein Gott, das schmeckt ja wie damals bei Oma!”

    Thorbjörn schaute leicht verstört, ließ sich aber erstmal nichts weiter anmerken. Doch so langsam verstand er warum ihre Hermes Pakete orange und nicht blau sind. Nach ein bisschen Heavy Petting verabschiedete er sich und begann den unausweichlichen Whatsapp-Ghosting-Prozess.

    Another one bites the dust. Sandra oder Annabelle Valeria nahm ihr iPhone Vertue Edition und machte weiter wie immer. Swipe right, swipe right …

    Ideal für: Sandra, Valeria, Thorbjörn und alle die gerne gutes California-Style Sushi mögen

  • MKM(AT)

    MKM(AT)

    Es war wie die Reise nach Jerusalem. Nur nicht mit Stühlen, sondern mit Lebenssituationen. Nur noch zwei Haushalte. Ein anderer und eben der eigene. Und zwar so wie er in dem Moment auch war. Konnte ja auch keiner so richtig ahnen. Jetzt sitzt man halt da, mit seinem Haushalt und muss ihn so nehmen wie er ist. Mit all den Ärgernissen und all den Defiziten, die er halt so mit sich bringt. Mit dem schlechten Lichteinfall ab Nachmittag, den nervigen Nachbarn darunter, dem Herd, der nicht mehr so richtig genau funktioniert. Und vor allem mit den Personen, die so ein Haushalt eben mit sich bringt. Und die meist so viel können was man gerade gar nicht gebrauchen kann (Businesspläne für Eco-Startups schreiben oder Salesfunnels für Volumenshampoos erstellen) und so wenig von dem was gerade wichtig wäre (kochen, backen, nähen). Das ist die eigentlich Ungerechtigkeit dieser ganzen Situation: Das manche einfach nen exorbitant besseren Haushalt als andere haben. Nicht alle haben zum Beispiel Michi zuhause. Aber es gibt eine gute Nachricht: Michi kocht mehr (MKM, das AT steht für Arbeitstitel). Und zwar um die 10 Portionen, die er selbst bei den Bestellern vorbeibringt. Bouillabaise, Shakhshuka, Milchkalbsbackerl, Entenleberpastete. Und das ist das Schöne: obwohl einem Essen gebracht wird, fühlt es sich nicht an wie ein Lieferdienst. Weil die Gerichte erst gar nicht versuchen, einen Massengeschmack zu treffen. Weil es sich eher so anfühlt, wie als wäre man in einem Fight-Club für Essen. Oder wie als würde ein Freund für einen kochen. Oder wie als würde man sich für einen Abend einen Haushalt ausleihen, der einfach viel mehr kann als der eigene.

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    Ideal für: alle, die es vermissen, im Restaurant das etwas ungewöhnlichere Gericht zu nehmen

  • Mexiko Straße To Go

    Mexiko Straße To Go

    Die Welt ist keine Kugel. Die Welt ist eine Scheibe. Eine weiche, warme Scheibe aus Maismehl die in regelmäßigen Abständen von einer galaktischen Schildkröte in der Mitte zusammengefaltet wird. Was wir als Berge wahrnehmen, ist in Wirklichkeit eine riesige Menge geschmortes Rindfleisch, das von den Illuminaten als Opfergabe in der Mitte der Scheibe dargereicht wird. Chemtrail-Flugzeuge der Schattenregierung streuen Chicharronpulver über das Ganze und die Echsenmenschen treiben uns mit Zweibelwürfeln Tränen in die Augen, die sie dann heimlich Abzapfen können um ihre Raumstation auf der dunklen Seite des Mondes zu betreiben. Die Welt ist ein Taco! Wacht endlich auf!!!!!!!

    Ideal für: Alle, vom Schlafschaf bis zum Verschwörungstheoretiker

  • Ume no Hana

    Ume no Hana

    Was haben Schuhe und Schlüssel eigentlich gemeinsam? Hat man früher einfach Türen mit dem Fuß aufgetreten und durch viele Innovationen und konstante Weiterentwicklung hat sich daraus der praktischere Türöffner “Schlüssel” entwickelt? Oder wurden frühe Schlüssel einfach auch aus Leder hergestellt, bis einem klar wurde, dass man damit nicht das Auto des untreuen Ehemanns zerkratzen kann? Irgendeinen triftigen Grund muss es doch geben, warum Schlüsseldienste und Schuhereparaturen immer von denselben Läden angeboten werden. Und vor allem: warum das ein Erfolgsmodell zu sein scheint. Man weiß ja aus der Gastro zur Genüge: Wenn jemand zwei oder mehr komplett unterschiedliche Dinge anbietet, wirds selten geil. Und selbst wenn die beiden Dinge gar nicht mal so weit auseinanderliegen (naja, 3800 km), am Ende sind vietnamesische Pho und japanische Ramen ja beides Nudelsuppen. Und was sie auch gemeinsam haben: im Ume no Hama sind beide so okay. Ähnlich wie die Vorspeisen. Kann man machen, muss man aber nicht. Haut keinen um, genauso wenig wie keinen mehr die komplett absurde Kombination von Schuh- und Schlüsseldienst umhaut.

    Ideal für: Paare und Gruppen die sich nicht zwischen Ramenbar und Vietnamese entscheiden können

  • Saint Pablo’s

    Saint Pablo’s

    Ich möchte ein goldenes iPhone in einer Hülle aus Hirschleder. Ich möchte Sekt auf Eis und das Eis ist aus Champagner. Ich möchte mit einem Jetski im Handgepäck auf die Seychellen fliegen. Ich möchte eine Rolex mit Diamanten und in jedem Diamanten steckt eine Miniatur-Rolex. Ich möchte Donald Trumps Trump-Tower-Appartement nur um da die Klamotten für den Flohmarkt abzustellen. Ich möchte dass Coldplay live Fahrstuhlmusik für mich spielt, wenn ich in einer Telefonwarteschleife stecke. Ich möchte mit Perrier duschen und mir mit Courvoisier die Hände desinfizieren. Ich möchte eine G-Klasse Landaulet, in der der Zigarettenanzünder mit einem eigenen AMG V8 betrieben wird. Ich möchte jemanden, der für mich Zigarren raucht. Und ich möchte meine Tacos weiterhin so geisteskrank üppig vollgestopft wie bei Saint Pablo’s, zusammen mit einer komplett überdesignten Dose Bier.

    Opulenz ist ein menschliches Grundrecht.

    Ideal für: schnelles Abendessen, schönes Wetter