Wie eine Mischung aus Soho-House und dem McDonald’s Bällebad.
So sah das Der Player für mich immer von Weitem aus. Und irgendwie wollte ich es deswegen gerne scheiße finden. Aber, es ist enttäuschenderweise mal wieder so, wie es so häufig ist, nämlich nicht ganz so einfach. Einerseits fragt man sich, ob man den Kickertisch und die Tischtennisplatte jetzt auch unbedingt gentrifizieren musste, andererseits ist es auch nicht immer gleich gentrifizieren, wenn man Billiard mal aus seiner selbstverschuldeten Spielothekigkeit herausholt. Und einem Volk, das mit eindeutiger Mehrheit die 4-Tage-Woche ablehnt, kann man auch gerne mal ganz unpädagogisch mit saftigen Hieben ein wenig Spiel und Freizeit einprügeln.
Besagtes Volk verlangt aber ja, wie wir jungen Römer wissen, nicht nur nach Spielen, sondern auch nach Brot und deswegen jetzt Boulekugel aus der Hand und ab ins Erdgeschoss. Und auch hier ist es so, wie es beim Kickern meist auch ist: nicht ganz so einfach. Handwerklich ist das alles auf einem sehr hohen Level, Garpunkte wie bei der Garnele werden perfekt getroffen, die Zutaten sind von beeindruckender Qualität. Nur die Zusammensetzung verstehe ich nicht. Googlet einfach mal das Arcade-Game-Genre “Bullet Hell” und stellt euch vor, das ist eure Zunge. Jedes Gericht ist salzig, sauer, cremig auf Anschlag, wie als gäbe es einen High-Score zu knacken, aber leider hinterlässt deswegen auch jedes Gericht einen ziemlich ähnlichen Eindruck.
Es fühlt sich an, als hätte jemand einen Ferrari-Testarossa mit Chanel No. 5 getankt, um dann aber Burnouts in einem Kreisverkehr in Oer-Erkenschwick zu drehen. Vielleicht ist das aber auch Teil des Konzepts. Vielleicht will da jemand einfach nur spielen. Ohne “Warum?”.
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Ideal für: wenn man zu viel Netto macht für Kickern auf dem Kiez und Hesburger
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