Kategorie: Café

  • Dokuwa

    Dokuwa

    Du! Ja, genau du! Jetzt hör mal kurz zu. Das wird jetzt n bisschen direkt und eventuell etwas schockierend, aber irgendjemand muss es ja mal sagen: soooo wichtig bist du jetzt auch nicht. Jaja, der Kunde ist König dies das. Aber Kunden sind halt auch oft echt saunervig. Wollen ein lauwarmes Wasser ohne Sprudel an dem sie dann zwei Stunden nippen, nehmen nen dreckigen Hund mit rein, hängen den Mantel über den Stuhl sodass die Bedienung ständig drüber fällt. Dann schreiben sie ganze Hasstiradenromane auf Yelp oder Google Maps wenn die Creme Brulée angebrannt war oder das Salz zu trocken. Ja Jens, wir wissen dass du null Sterne vergeben würdest wenn es auf dieser Bewertungsplattform gehen würde, verschone uns bitte mit deinem Rumgeboomere. Und wenn sie dann was da lassen, dann auch eher Viren und Bakterien als angemessenes Trinkgeld. Daher: Vielleicht ist das ja ganz schlau vom Dokuwa, gerade jetzt, dass sie nur einen sehr kleinen Gastraum haben. Hol dir einen ausgezeichneten Kaffee, eine Bentobox und dann schleich di! Die Bentoboxen gibt es jeden Tag in zwei unterschiedliche Variationen, eine mit und eine ohne Fleisch und sie sind nicht nur außerordentlich lecker sondern eh das perfekte Abhol- und Mitnehmessen. Also Kunde, wenn du König sein willst dann sitze nicht bräsig auf Stühlen, die keine Throne sind, sondern nimm dir was mit und flaniere. Standesgemäß. Und immer mal wieder dem Volk winken.

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    Ideal für: Mittagspause

  • Tōrnqvist

    Tōrnqvist

    Dieser Beitrag ist eigentlich komplett sinnlos, denn das tōrnqvist gibt es seit heute nicht mehr. Und obwohl die Schlange am letzten Tag so lang war, dass selbst die Polizei mal vorbeischauen musste, wird die Schließung vermutlich nicht alle stören. Denn ein bisschen als Hipsterladen war es natürlich schon verschrien: Nur 3 Arten der Zubereitung, kein Zucker, das minimalistisch-kubistische Interior, das nur zu gerne als Hintergrund von irgendwelchen Influencerinnnen genutzt wurde – es hätte durchaus alles auch aus einem Conan O’Brien Sketch über Gentrifizierung stammen können. Persönlich gings mir mit dem Tōrnqvist ähnlich wie mit dem Ændrè – ich fand den Dogmatismus um das Thema Kaffee irgendwie unfreiwillig komisch. Aber der Zweck heiligt auch hier die Mittel. Flat White fand ich zwar immer nur so mittel, ich finde der Kaffee hier eignet sich nicht für Milch. Aber Handbrew, Shot, alles was quasi Kaffee pur war, war immer auf einem anderen Level. Weil man hier eben nichts verstecken konnte und sich die nerdige Detailversessenheit dieses Ladens ausgezahlt hat. Und ob man Fan war oder nicht: es ist immer scheiße, wenn ein Laden schließt, der sich mehr Mühe und mehr Gedanken über das, was er den Leuten verkauft, gemacht hat.

    Hoffentlich hat Trude Herr recht: Niemals geht man so ganz.

  • Ændrè

    Ændrè

    Es ist schon sauärgerlich. Allein dieses Æ. Eigentlich ja auch nur ein Ä das damals zu sehr auf der Erasmus-WG hängen geblieben ist. Und als wenn der Hyggeligkeit damit noch nicht genüge getan wäre, wird noch ein accent über das letzte e gemacht, hochgezogen wie die verächtliche Augenbraue die man abbekommt, wenn man frecherweise Kuhmilch bestellt. Kommt man dann zum ersten mal ins Ændrè, ist man sich auch nicht ganz sicher, ob man in einem Café ist oder im Flagshipstore für diese riesigen ACNE-Wollmützen. Es fühlt sich an als hätte man ganz Eppendorf und Hoheluft in einen Siebträger gestopft und sich einen starken Ristretto daraus gebrüht. Aber, das muss zur Verteidigung gesagt sein: einen sehr leckeren Ristretto. Denn der Café ist hier wirklich gut, egal mit welcher Art von Nicht-Milch, und die ganzen Bowls und Müslis mit so Drüberstreuquatsch wie selbstgemachten Tahin-Granola ebenfalls. Dass das jetzt alles so concious und local und hygge und cozy und instagramable ist, ist am Ende vielleicht auch einfach nur konsequent. Und außerdem: solange das Ændrè noch keinen drive-through für Bakfiets und G-Klassen hat, ist auf der Eppendorf-Skala ja auch noch durchaus Luft nach oben.

    Ideal für: Frauen, Eppendorfer und Hohelufter und alle die es gerne wären