Kategorie: Ausflug

  • Salt & Silver am Meer

    Salt & Silver am Meer

    Corona hat für die Digitalisierung gesorgt. Putin sorgt für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ich schätze mal, dass ein Kometeneinschlag für die Gleichberechtigung der Frauen sorgen wird. Aber fragt mich nicht wie, ich weiß es nicht, ich weiß nur eins: wir leben nicht gerade im Zeitalter der einfachen Kausalitäten. Der Flügelschlag eines Schmetterlings am Amazonas kann dafür sorgen dass hier irgendein Ingo Sonnenblumenöl in seinen Tank kippt. Nichts ist mehr einfach, nichts ergibt mehr auf den ersten Blick Sinn. Außer das hier: Salt and Silver am Meer. Jetzt erst merkt man, wie falsch sich die ganze restliche “Draußen nur Kännchen”-Gastronomie an der Nordsee anfühlt, jetzt erst merkt man, dass die Elbe nur ein mariner Zwischenschritt zur echten Meeresküste war. Leben werden vorwärts gelebt, aber rückwärts erzählt und das gilt wohl auch für das Leben einer gastronomischen Idee. Und auch wenn man sich sicher sein kann dass das nicht das letzte Venture von Salt and Silver ist, hat hier in Sankt Peter-Ording ein Konzept zu sich selbst gefunden. Strand aus Sand statt Palmen aus Plastik. Und dazu Zutaten aus der Region, auf einem riesigen Lavagrill zubereitet, eine Weinkarte, bei der man sich streitet wer zurückfahren muss aber vor allem: Seafood. Salz in der Nase, Salz auf der Haut, Salz auf der Zunge. Manche Dinge versteht man sofort.

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    Ideal für: Tagesausflug oder doch für immer da bleiben

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  • Gasthof Alt Sieseby 

    Gasthof Alt Sieseby 

    157 Tage. 157 Tage hab ich mir überlegt wo ich wohl als erstes wieder hingehen werde, wenn man wieder irgendwo hingehen kann. Vienna war ganz oben, das Bianc, 100/200 oder das Haebel. Lieblingsläden oder Läden in die man schon lange mal gehen wollte. Am Ende wurde es der Gasthof Alt Sieseby an der Schlei. Ich hab von beiden vorher nie wirklich gehört aber ein Sylt-Urlaub musste umgeplant werden und dann nimmt man eben die Modellregion, die man bekommen kann. Aber am Ende war es wohl genau gut so. Weil man nach all den Haute Cuisine-Kochboxen, nach all den To-Go Angeboten seiner bekannten Lieblingsrestaurants eben genau das vermisst hat: Eine spontane Einkehr. Eine Umgebung, die nicht die eigene Wohnung ist. Ein Gruß aus der Küche, mit dem man nicht gerechnet hat. Ein schön angerichteter Beilagensalat, den man nicht aus einer Vakuumtüte drücken musste. Eine Fischsuppe, die man sich zuhause niemals nur als Vorspeise gemacht hätte. Bratkartoffeln, die man nicht so knusprig in der eigenen Teflon-Pfanne hinbekommt und eine Scholle, die man vermutlich im Frischeparadies liegen gelassen hätte weil man keine Ahnung hat wie man das Riesenteil brät und dann doch lieber zum Kabeljau greift. Genau das hat man vermisst: das Gast sein, il dolce far niente, das süße Nichtstun. Die gute Nachricht ist: auch nach so langer Zeit, man hat das Nichtstun zum Glück nicht verlernt.

    Ideal für: Tagesausflug (nur gut 1,5 h von Hamburg)

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