Reichlich

Da gegenüber steht dieses Haus.

Achtet mal drauf, wenn ihr durch die Hoheluftbrücke auf die Grindelhochhäuser zufahrt. Ein sechsstöckiger Altbau, gut in Schuss, wie es in dieser Ecke Dutzende gibt. Soweit, so unspektakulär. Spektakulär ist eher, was nicht da ist:

Die anderen Häuser.

Das Gebäude, das vermutlich mal Teil eines Ensembles, einer ganzen Altbau-Häuserreihe war, steht da wie ein Monolith, ganz alleine, die flachen Seitenwände im starken Kontrast zur Stuckverzierten Front.
Es wirkt vergessen und gleichzeitig omnipräsent. 
Es steht majestätisch und scheint gleichzeitig fast physikalisch unmöglich.

Man hat irgendwie das Gefühl, dass es eine göttliche Hand irgendwo zwischen Zeigefinger und Daumen genommen und hier in den Boden gesteckt hat. Und eventuell wurde dabei noch zufällig ein bisschen mehr mitgetragen. Eventuell hat sich dabei auch das Reichlich mitverpflanzt.

Ein Ort, der nicht einfach österreichische Küche für Norddeutsche macht, sondern österreichische Küche, wie man sie auch Österreichern servieren würde. Der einen Heuriger-Abend etabliert und dessen Terrasse wie von Zauberhand das Flair eben genannter Schankwirtschaft erzeugt. Und bei dem man sich beim Blick in die Küche ebenfalls fragt, wie so viel Großes auf so kleinem Raum entstanden ist.

Und so kann man an der Hoheluftbrücke in einer Singularität sitzen, mit einem guten Glas Grüner Veltliner in der Hand, und eine andere Singularität betrachten. Oder andersrum.

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Ideal für: die letzten schönen Tage

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