Es gibt Menschen, deren Schaffen wirkt über den Tod hinaus. Bei einer Person wirkt aber ihr Nicht-Schaffen über den Tod hinaus: Arno Dübel.
Denn trotz aller Bedrohungen, die “das System” gerade von allen Seiten erfährt, und hier ist jetzt jedem freigestellt was er so politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich als System bezeichnen würde, halte ich Arno Dübel für den gefährlichsten Menschen der Welt. Denn dieser Mensch, der von den Medien entweder naserümpfend als “Deutschlands faulster Arbeitsloser” verunglimpft oder als “Kult-Hartzer” bejubelt wurde, hatte eine Eigenschaft, die Gift ist für jedes System, das auf Wachstum gebaut ist:
Absolute Zufriedenheit mit dem was ist.
Und das selbst dann, wenn das, was ist, nicht viel ist.
Das Einfache nicht nur hinzunehmen, sondern es regelrecht zu genießen, ist eine revolutionärere Aktion, als es jede Demo, jeder Anschlag, jeder Maschinensturm je sein kann. Elysium ist eine Einzimmerwohnung.
Und in diesem Sinne haben die Croques von Monsieur Alfon‘s, die nicht dank der Bild, sondern dank und und zu beträchtlichen medialen Podcastruhm gekommen sind, hier auch ihren Platz. In der von Highlights nicht gerade gesegneten Welt der Croque-Läden sind die Brote hier weder Geheimtipps noch revolutionäre Neuinterpretationen, sondern einfach: sehr gute Croques. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.
Ich beiße rein, in mein ganz klassisches Croque Monsieur, mit ganz klassischer Sauce – und bin zufrieden. Und in Gedanken stehe ich mit erhobener rechter Faust an einem Grab in Hamburg Rahlstedt und skandiere:
“Arno, der Kampf geht weiter!”
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Ideal für: einfach mal so
Text oder Restaurant gefallen? Dann gib mir Trinkgeld:










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