Erdbeeren sind ja keine Beeren, sondern zählen botanisch zu den Nüssen. Nüsse sind oft keine Nüsse, sondern auch gerne irgendwas anderes. Erdnüsse zum Beispiel sind eigentlich Hülsenfrüchte. Bohnen sind Hülsenfrüchte, aber weder die Kaffe- noch die Kakaobohne sind wiederum Bohnen, dafür aber Früchte. Bananen und Tomaten sind Früchte, aber auch Beeren. Der Biber wurde im Mittelalter mal zwischenzeitlich zum Fisch erklärt, das lag aber eher an hungrigen Mönchen in der Fastenzeit als an übergenauen Naturforschern. (Verglichen mit anderen Dingen, die die katholische Kirche im Mittelalter so umerklärt hat auch mit durchaus harmlosen Konsequenzen). Ach ja, Pfeffer ist übrigens eine Frucht, der Szechuanpfeffer ist zwar auch eine Frucht aber kein Pfeffer. Der Mensch macht sichs halt einfach, aber nicht alles was scharf ist ist Pfeffer, Messer oder Wirtschaftssanktionen mal als Beispiel genannt. Dafür dass Szechuanpfeffer kein Pfeffer ist, ist er wenigstens ein Trend. Kein Wunder, in eine Zeit, in der man besagte Zeit gerne auch einfach mal übersprungen hätte und nicht selten so manches Säugetier um seinen Winterschlaf beneidet hat, passt ja auch ein betäubendes Gewürz wie Faust auf Zunge.
Dass es in den Gerichten im batu sehr viel davon gibt, ist somit erstmal very contemporary und auch sehr lecker. Gut wäre nur wenn man der vielen betäubenden Schärfe noch etwas mehr Nudeln beigeben würde. Und Apropos taub: die location, der ehemalige 13. Stock, der vorher schon das Kapara beheimatet hat, ist für mich immer noch eigentlich ein Club und kein Restaurant. Trotz des guten Ausblicks immer etwas zu laut. Aber vielleicht hatte ich auch nur Szechuan in den Ohren.
Ideal für: sich taube futtern






Hinterlasse einen Kommentar