Besonders dämlich finde ich es ja immer wenn man Städte durch den Vergleich mit anderen Städten beschreibt. Vor allem weil die Umkehrung nie funktioniert. Niemand würde Paris als “das Bukarest des Westens” bezeichnen. Wenn man “Elbflorenz” weiter spinnt, müsste man Firenze als “Arnodresden” bezeichnen. Und höchst selten liest man von New York als “Hudsonfurt”, während “Mainhattan” in jeder hessischen Stadtmarketingbroschüre steht. Und wenn sich Vilnius als das “Jerusalem des Nordens bezeichnen” weiß ich eh gar nicht mehr was ich fühlen soll. Nicht nur der Mensch, auch Städte tanzen einen Flamenco zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung, in dem man mal ganz eng, mal ganz fern voneinander ist und auch immer mal wieder stolpert. Getrieben von dem Wunsch, sich etwas mehr Flair zu verleihen als es einem bisher zugestanden wird. Im XO klappt das seit letztem Jahr allerdings ziemlich gut. Recht viel mehr Piazza wird man in Norddeutschland nicht hinbekommen. Und während im letzten Jahr kurz nach der Eröffnung einige Gerichte gut und nur ein paar extraordinary waren, ist inzwischen jeder einzelne Gang ohne Ausnahme ein Seafood Erweckungserlebnis. Also: italienisches Piazzaflair mit skandinavischer Seafoodbarkulinarik – dann verleihe ich hiermit, falls ihn irgendwer unbedingt nutzen möchte, den folgenden Titel: Das XO ist das Mailand-Kopenhagen Hamburgs.
Ideal für: Essen, sehen und gesehen werden
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