Pizzaperol

Mein absolut liebstes Philosophiephänomen ist der Dunning-Kruger-Effekt. Grob zusammengefasst besagt er, dass Laien sich oft wesentlich besser einschätzen als Profis, denn “die Fähigkeiten die man benötigt, um eine gute Lösung zu erarbeiten sind genau die Fähigkeiten die man benötigt, um eine gute Lösung zu erkennen.” Man überschätzt seine eigene Kompetenz und man unterschätzt die Kompetenz von kompetenten Personen, da man einfach nicht die Kompetenz hat, um Kompetenz überhaupt zu erkennen. Julian von Pizzaperol ist die Gegenthese zum Dunning-Kruger-Effekt. Er hat wohl irgendwann mal eine Pizza gegessen und mit einem gewissen Maße von vielleicht nicht Selbstüberschätzung, aber zumindest einem wenig erschütterlichen Glauben an sich selbst gesagt: “Das kann ich aber besser!” Und: er kann es tatsächlich besser. Die Pizzen, die er da gerade in seiner Wohnung mit halbprofessionellem Equipment backt gehören zu den besten, die ich je gegessen habe. Der Teig ist perfekt, wirft riesige Blasen und hat einen großartigen, quasi hefefreien Eigengeschmack. Das Sugo, das nur aus San Marzano Tomaten und ein wenig Salz besteht, schmeckt derart geil intensiv, dass ich mir relativ sicher bin, dass er einen Deal mit der Mafia eingehen musste, um an die Dosen zu kommen. Ich muss noch Tage später an diese Margherita denken und rufe den Geschmack immer wieder auf meiner Zunge hervor – und das ist etwas das sonst meist nur Sterneküche bei mir hinbekommt.

Das ganze läuft gerade noch im privaten Rahmen für Family & Friends, aber Julian ist auf der Suche nach einer Möglichkeit, gerne an einem Samstag, in einer Bar oder einem Restaurant seine Pizzen für die Öffentlichkeit zu backen. Irgendeine Location, die eine einigermaßen professionelle Küche hat eben. Also liebe Gastrobubble, bitte mal umhören und sich gerne bei ihm melden. Denn es sollen noch ein paar mehr Leute in den Genuss der Pizzaperol-Pizzen kommen. Ich halte es nämlich für ausgeschlossen, dass sich jemand eine holt, probiert und in Ermangelung jeder Objektivität sich selbst gegenüber sagen wird: “Das kann ich aber besser!”

Ideal für: Stromkastendinner

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