Gasthof Alt Sieseby 

157 Tage. 157 Tage hab ich mir überlegt wo ich wohl als erstes wieder hingehen werde, wenn man wieder irgendwo hingehen kann. Vienna war ganz oben, das Bianc, 100/200 oder das Haebel. Lieblingsläden oder Läden in die man schon lange mal gehen wollte. Am Ende wurde es der Gasthof Alt Sieseby an der Schlei. Ich hab von beiden vorher nie wirklich gehört aber ein Sylt-Urlaub musste umgeplant werden und dann nimmt man eben die Modellregion, die man bekommen kann. Aber am Ende war es wohl genau gut so. Weil man nach all den Haute Cuisine-Kochboxen, nach all den To-Go Angeboten seiner bekannten Lieblingsrestaurants eben genau das vermisst hat: Eine spontane Einkehr. Eine Umgebung, die nicht die eigene Wohnung ist. Ein Gruß aus der Küche, mit dem man nicht gerechnet hat. Ein schön angerichteter Beilagensalat, den man nicht aus einer Vakuumtüte drücken musste. Eine Fischsuppe, die man sich zuhause niemals nur als Vorspeise gemacht hätte. Bratkartoffeln, die man nicht so knusprig in der eigenen Teflon-Pfanne hinbekommt und eine Scholle, die man vermutlich im Frischeparadies liegen gelassen hätte weil man keine Ahnung hat wie man das Riesenteil brät und dann doch lieber zum Kabeljau greift. Genau das hat man vermisst: das Gast sein, il dolce far niente, das süße Nichtstun. Die gute Nachricht ist: auch nach so langer Zeit, man hat das Nichtstun zum Glück nicht verlernt.

Ideal für: Tagesausflug (nur gut 1,5 h von Hamburg)

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