Die Concorde war zu schnell. Oder sagen wir besser: sie war zu wenig entschleunigt. Denn es lag nicht nur am Unfall in Paris, dass der Überschalljet nicht mehr fliegt. Die Concorde, dieses grazile Meisterwerk der Technik, diese weiße, wunderschöne Nadel, die der Schwerkraft lachend davonflog hat gegen ihren dicken, gemütlichen Artgenossen verloren. Denn statt kurz und sehr teuer in den economy-class-artigen Concorde-Sitzen zu fliegen, entschieden sich immer mehr Menschen einfach über Nacht etwas länger in den teuren, aber deutlich günstigeren und vor allem wesentlich gemütlicheren Full-Flat-Sitzen der effizienteren Unterschalljets zu fliegen. 2003 wohlgemerkt. Da war die High Speed-Globalisierung schon im vollem Gange, während Businessjohnnys Klimawandel immer noch für ne Funktion in ihrem 7er BMW gehalten haben. Und das ist die schöne Nachricht: es ist tatsächlich möglich, als Gesellschaft gemütlicher zu werden. Und vielleicht ist es ja soweit dass wir bald mal wieder häufiger den Nachtzug nehmen. Eine Einzelkabine ist nämlich nicht nur in Coronazeiten ein Traum und trotz der eher funktionalen Innenarchitektur lässt es sich der Verstand nicht nehmen, einen Hauch Orient Express-Gefühl aufkommen zu lassen. Aber jetzt mal ernsthaft, das hier ist immer noch ein Foodblog und ich komm jetzt endlich mal zum Essen. Der Nightjet wird zum Glück von den Österreichern betrieben und die haben, die ein oder andere Großkantinenberghütte mal ausgenommen, dann doch meistens noch ein bisschen mehr Anspruch als wir Piefkes. So gab es eine absolut akzeptable Gulaschsuppe und danach Paprikahuhn mit Nockerln, das zwar natürlich nicht so gut war wie das von @mkm__at, das man mir aber in jedem stehenden Restaurant servieren könnte und ich wäre mehr als glücklich. Dazu mit Umathum einen Rotwein, den man sofort in eine ausgesuchte Weinhandlung stellen könnte.
Concorde i love you, but i’ve chosen Paprikahendl.






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Ideal für: Hamburg – München und zurück

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