Ændrè

Es ist schon sauärgerlich. Allein dieses Æ. Eigentlich ja auch nur ein Ä das damals zu sehr auf der Erasmus-WG hängen geblieben ist. Und als wenn der Hyggeligkeit damit noch nicht genüge getan wäre, wird noch ein accent über das letzte e gemacht, hochgezogen wie die verächtliche Augenbraue die man abbekommt, wenn man frecherweise Kuhmilch bestellt. Kommt man dann zum ersten mal ins Ændrè, ist man sich auch nicht ganz sicher, ob man in einem Café ist oder im Flagshipstore für diese riesigen ACNE-Wollmützen. Es fühlt sich an als hätte man ganz Eppendorf und Hoheluft in einen Siebträger gestopft und sich einen starken Ristretto daraus gebrüht. Aber, das muss zur Verteidigung gesagt sein: einen sehr leckeren Ristretto. Denn der Café ist hier wirklich gut, egal mit welcher Art von Nicht-Milch, und die ganzen Bowls und Müslis mit so Drüberstreuquatsch wie selbstgemachten Tahin-Granola ebenfalls. Dass das jetzt alles so concious und local und hygge und cozy und instagramable ist, ist am Ende vielleicht auch einfach nur konsequent. Und außerdem: solange das Ændrè noch keinen drive-through für Bakfiets und G-Klassen hat, ist auf der Eppendorf-Skala ja auch noch durchaus Luft nach oben.

Ideal für: Frauen, Eppendorfer und Hohelufter und alle die es gerne wären

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