Hui Cookshop

Neben nervigen Pro-Sieben-Taff-Beiträgen über 17jährige Tech-Bro-Millionäre mit mattschwarzem Lambo hat uns der Bitcoin und Cryptocurrencyhype noch eine andere Sache gebracht: Das wunderbare Wort “volatil”. Keine Angst, ihr braucht nicht zu googlen. “Volatil” bedeutet stark schwankend, schnellen Änderungen unterworfen. Heute rich, morgen bitch. Heute hui, morgen pfui. Und das gilt eben nicht nur für halbseidene Blockchainwährungen, sondern auch für asiatische Gastrokonzepte. In kurzen, heftigen Wellen wurden aus den Thais plötzlich überall vietnamesische Pho-Läden, und dann aus ebendiesen wieder japanische Ramenbars. Ein neuer Chinese hingegen fühlt sich ja fast nach alter BRD an, nach Helmut Kohl in der Bonner Republik, Rauchen im Flugzeug, Sony Walkman und Katja Riemann, Katalysator-Einführung und vierstelligen Postleitzahlen. Der Hui Cookshop hat aber zum Glück nicht so viel mit Schweinefleisch süß-sauer und Fünf Köstlichkeiten zu tun. Es gibt herrliche Enten-Dumplings mit einer Sauce so tief und dunkel, man könnte sie fast zum Saumagen im Kanzlerbungalow servieren. Und auch bei den Nudeln mit Schweinebauch sackt das Erlebnis nicht volatil nach unten ab, sondern bleibt auf hohem Niveau. Werden jetzt also aus allen Ramen-Läden bald Hongkonger-Streetfood Cookshops? Falls ja können wir alle mit dem Finger auf das Hui zeigen, die wären dann vermutlich Schuld daran.

Ideal für: Weeknight Dinner, Mittagspause, Ramen-Überdruss

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