Gab es eigentlich in Deutschland Indianer? Ritten vor zweihundert Jahren Angehörige vom Stamme der Sioux oder der Apachen durch die Moorebenen Norddeutschlands und jagten dort mit Pfeil und Bogen Holsteiner Fleckvieh? Ist es vielleicht ein Ausweis historische Akkuratesse, dass die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg stattfinden? Vermutlich, oder sogar ganz sicher: nein. Wie kann es aber sonst sein, dass manche Lokale scheinbar auf einem verfluchten Indianerfriedhof gebaut wurden. Es gibt immer wieder diese Adressen bei denen das Umzugsunternehmen, wenn es alles aus dem Transporter geräumt hat, eigentlich gleich stehen bleiben kann, um alles wieder mitzunehmen, weil das Konzept schon nach fünf Minuten offensichtlich nicht zu funktionieren scheint. Die Osterstrasse 173 war genau so ein Ort: Südstaatenbar, undefinierbarer-Pizzaladen – man hat sich ja schon fast gewundert dass sich als nächstes nicht ein Bubble-Tea-Shop mit Tabletbestellung eingenistet hat. Den Kampf gegen den Fluch hat jetzt Green Papaya aufgenommen und scheinbar gewonnen, denn es wirkt nicht so als würden die Umzugswägen wie Geier um den Laden kreisen. Auch durchaus zurecht. Ich würde jetzt nicht den Planwagen spannen und den Oregon-Trail auf mich nehmen, um extra dort zu speisen, aber für eine (mit drei Läden ja fast schon) Kette ist das alles sehr solide, gerade die Gerichte mit Thai-Basilikum-Pesto kann man durchaus empfehlen. Noch dazu vor dem Hintergrund dass gerade was Thai-Essen angeht verdammt viel Schrott in Hamburg zu finden ist und das die letzten Jahre auch nicht gerade besser wurde. Eventuell auch einfach ein Fluch. Vielleicht gibt es ja auch eine unentdeckte Kreuzimmunität und asiatische Räucherstäbchen helfen gegen indigene Verwünschungen. Und bald gibt es dann hoffentlich die Karl-Muay-Festspiele.
Ideal für: wenn man um die Ecke ist





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