Überquell

Dass man heutzutage, sobald man sich auch mal nur für irgendwas etwas mehr als durschnittlich Mühe gibt, sofort ein “Craft-” davor klatscht, ist sprachlich eine Katastrophe und natürlich grundsätzlich total bescheuert. “Hättest du Lust meine Craft-Masterarbeit Korrektur zu lesen?” “Schatz, ich habe dir einen Craft-Adventskalender gebastelt.” “Mein neuer Craft-Disstrack wird Deutschrap zerstören. Kauft das Limited Edition Boxset!” OK Millenial, halt dein Craft-gebarbershoptes Maul. Nun, also rein in den Laden mit einer süßen Melange aus Aversion und Skepsis, die noch weiter unterfüttert wird als man auf der Klemmbrettkarte (klar) liest, dass es auch Bowls gibt. Nix da, gib mir Pizza und Helles. Und dann in regelmäßigen Abständen immer wieder ne weitere Runde Helles. Denn den Gefallen, den Laden genüßlich weiter zu verachten, tut mir das ÜberQuell natürlich nicht. Das Bier schmeckt ausgezeichnet, so gut, dass ich den ganzen Abend nur eine Sorte trinke, weil ich eh wiederkommen werde um die anderen zu probieren. Und die neapolitanische Pizza? Ist auch hervorragend und ruft sofort die Frage auf, apropos Craft, warum eigentlich gerade alle spannenden Pizzaläden der Stadt von nicht-Italienern eröffnet werden? Also liebes @ueberquell, crafte gerne weiter in deinem Instagram-Paradies/Fiebertraum am Hafen – solang das Bier und die Pizza schmeckt werd ichs vercraften.

Ideal für: lockerer Abend, größere Gruppen, Hamburgbesucher und Sommer (große Terrasse direkt am Hafen)

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