Zu den vom Aussterben bedrohten Arten des 21. Jahrhunderts gehört wohl neben dem Java-Nashorn und der Karettschildkröte ganz eindeutig auch der “Lieblingsitaliener”. Man könnte zwar jeden Stadtbewohner mittleren Alters nachts aus dem Schlaf reißen und er würde sich natürlich erstmal wundern, wie man eigentlich in seine Wohnung gekommen ist, einem aber dann ohne große Verzögerung seinen favorisierten Ramen- oder Pho-Laden nennen können. Italiener aber – Fehlanzeige. Los geht die Safari nach Nudeln, die nicht in asiatischer Brühe schwimmen, in einem denkbar absurden Biotop: der Seilerstraße. Die “Trattoria Italia” ist eines der kulinarischen Angebote im direkten Bierdunstkreis des Hamburger Bergs, in das man nicht unbedingt bereits betrunken reingehen muss (im Gegensatz zum KFC). Betrunken rausgehen ist natürlich optional. Die gute Nachricht: Während man einen Besuch im Kentucky Fried Chicken danach zu 100% bereut, bereut man ihn hier nur zu 50%. Denn die eine Hälfte der Gerichte war gut (Schwertfisch Carpaccio, Papardelle mit Wildschwein), die andere Hälfte, wie z.B. die Sepia Taglierini, eher fad und die Pizzen ganz enttäuschend. Daher die schlechte Nachricht: Kann man schon machen, aber zum Lieblingsitaliener taugts nicht. Auch wenn die Tatsache, dass man direkt raus- und in die nächste Bar reintorkeln kann, um dann lauthals “Bello Impossibile” zu grölen, natürlich ein paar mediterrane Lifestylepunkte auf der nach oben offenen Azzurro-Skala gibt.
Ideal für: Was Essen vor einem Kiezbesuch








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