Salt & Silver Lateinamerika Restaurant

“Das hier ist nicht mehr Rheda-Wiedenbrück” stöhnte ein sichtlich angeschlagener Clemens T. als er in der Hamburger Hafenstraße aufwachte. Wie er hier herkam wusste er nicht, aber vielleicht hatte es was mit den 26 Bommerlundern zu tun, die er sich in der Poolbar im Westflügel gegönnt hatte. Das Handy klingelte, eine SMS von seiner Frau, verschwommen erkannte er nur die Worte “Wo” “Schlüssel” und “Learjet”. Egal, erstmal was essen um den Geschmack aus dem Mund zu bekommen. Salt & Silver – Lateinamerika Restaurant? “Nun ja, was solls?” dachte er sich, verkniff sich einen inadäquaten Witz über Regenwaldabholzung und Fortpflanzungspraktiken und setzte sich. Die Tätowierungen an den Armen der Gäste und Angestellten irritierten ihn, sowas kannte er von den aus PR-Gründen getätigten Ausflügen in den Fanblock aber aus einem Restaurant? Sehr ungewöhnlich. Blind bestellte er eines der 3 Menüs. Er probierte Spargel, Onsen-Ei, Ceviche, Tostada, Pulpo, Weiderind, Rindertatar – er kannte die Geschmäcker, aber nicht so, nicht so unverfälscht, nicht so hochwertig. Ihm wurde wieder mulmig, er kippte zur Sicherheit eine Flasche Riesling nach. Plötzlich erschien ihm ein Mastschwein, aufrecht gehend in einem Ockerfarbenen Anzug. Es stellte sich mit dem namen Rudolf vor, kam immer näher, hielt ihm seinen Schweinefuß ans Ohr und flüsterte ganz leise: “Clemens, ich verrate dir ein Geheimnis: Qualität kommt doch nicht von Qual.” Clemens T. brach weinend zusammen, das Iphone fiel ihm aus der Tasche des Maßanzuges. Es schellte auf den Boden, das Glas zersprang und man konnte nur noch mit Müh und Not die Notification lesen: Armin L. – 27 Anrufe in Abwesenheit.

Ideal für: schick, aber nicht zu chi chi essen gehen, Fans von herausragenden Zutaten

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