Leche de Tigre

Dass Worte nur Schall und Rauch sind, wird einem ja besonders bei Lebensmitteln immer wieder bewusst. Man ist ja noch froh, dass der Mettigel trotz seines Namens keine Bestandteile des Igels enthält. Bei der Jerusalem-Artischoke, die weder aus dem gelobten Land stammt noch etwas mit dem gleichnamigen Korbblüter zu tun hat, wurde bei der Namensgebung hingegen komplett freigedreht. Und “Tigermilch”, die deutsche Übersetzung von Leche de Tigre, klingt jetzt auch erstmal wie etwas, dass einem bei einer Dschungelprüfung vorgesetzt wird (Hab ich mit 238 Abonnenten eigentlich schon Z-Promi-Status?). Aber keine Angst, es handelt sich bei Tigermilch nur um den Limettensud des Ceviche, das es in diesem peruanischen Restaurant reichlich, aber zum Glück nicht ausschließlich gibt. Fried Rice-Gerichte, langsam geschmorte Fleischstücke, Meeresfrüchte, – der Laden versteift sich nicht auf eine Art von Gericht, die Karte ist sehr abwechslungsreich und wer das Glück hat mit einer größeren Gruppe dort zu sein und sich einfach alles zu teilen wird sehen: kein einziges Gericht auf der Karte enttäuscht, vieles ist außergewöhnlich gut, dazu ist die Atmosphäre locker und die Drinks können auch was. Also gehet hin, aber bitte nicht mit Christian Schmidt. Der CSU-Politiker und ehemalige Ernährungsminister wollte vor einigen Jahren Begriffe wie “Vegane Wurst” oder “Sojaschnitzel” verbieten lassen, weil sie weder Wurst noch Schnitzel enthalten. Nicht auszudenken, was so einer mit einem Restaurant machen würde, das “Tigermilch” heißt.

Ideal für: Nicht CSUler, ansonsten alles: kleine und größere Gruppen, Abend zu zweit oder mit Freunden. Hat im Sommer auch nen ganz netten Außenbereich.

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