Sollte die deutsche Autoindustrie irgendwann komplett den Bach runtergehen, das Jacob’s Restaurant im Louis C. Jacobs könnte sie vermutlich noch auf Jahrzehnte beliefern: Käsewagen, Pralinenwagen, Gänsetranchierwagen … im Jacobs Restaurant wird mehr geschoben als bei Fußballspielen unter der Leitung von Robert Hoyzer. Wer sich reinwagt, sitzt mondän unter Kristallleuchtern und inmitten der Bewohner der ungeraden Elbchauseehausnummern. Am Nebentisch Automobilzuliefererbetriebsbesitzer im Trachtenjanker nebst Speditionspatriarch mit ins Hemd gesteckter Krawatte. Und irgendwo von einem Vierertisch hört man ein entferntes “Sohn, dein Tibetologiestudium ist eine Schande für diese Familie.” Okay, vielleicht übertreib ich etwas. Hemd sollte man schon tragen aber man fühlt sich auch sehr willkommen, wenn man zu der Sorte Mensch gehört, die in den letzten zwei Jahren mal selbst Lebensmittel einkaufen war. Die Weinbegleitung ist sensationell und überrascht mit Regionen die man niemals mit Weinbau verbunden hätte (Kanada? Kanaren?). Und auch wenn die Taube als Hauptgang vielleicht am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig war, hat fast jeder Gang restlos überzeugt. Die Pina Colada Nachspeise war vielleicht etwas sehr süß, aber da hilft ein lautstark gegröltes “Harry, fahr schon mal den Schnapswagen vor!” (bitte nicht machen). Die rollende Spirituosenbar hat nämlich einige Raritäten zu bieten, wie zum Beispiel Zitronengrasobstler. Aber dann bitte den eigenen Wagen stehen lassen und das Taxi nehmen. Oder den Heli bestellen. Was immer man halt so an der Elbchaussee macht.
Ideal für: sehr spezielle Anlässe.











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