Während wir gerade über Öffnung der Gastro diskutieren, können wir doch mal gleich über die Öffnung der Kulinarik sprechen. Denn Hamburg als Tor zur Welt ist irgendwann mal durch dieses Tor durchgegangen und nie wieder zurückgekehrt. An jeder Ecke fall ich über einen Ramen-Laden, Henssler macht mehr Sushi-Restaurants auf als es in Hamburg Parkplätze gibt, wer das beste Wiener Schnitzel der Stadt macht führt regelmäßig zu Diskussionen und Messerkämpfen und eine Mindestquote an französische Bistros ist gefühlt gesetzlich vorgeschrieben. Norddeutsche Küche hingegen ist hier so selten anzutreffen wie Erstligavereine. Ja, im Winter gibts Grünkohl, Touris schockt man gerne mal mit Labskaus und besoffen pfeift man sich ein Matjesbrötchen rein – aber ansonsten ist GZUZ von der 187 Straßenbande fast der einzige, der sich ernsthaft mit hanseatischen Gerichten beschäftigt. Zumindest bis vor kurzem. Denn es ist (passend zu GZUZ) auf dem Kiez ein neuer Player aufgetaucht. Das HACO beeindruckt nicht mit Chromfelgen am CL 500, sondern mit norddeutscher und skandinavischer Küche fernab von Hausmannskost und Tourinepp. Makrele mit Apfel, Scholle mit Sauerampfer, Kalbsbries mit Schafsgarbe, Entenei mit Spinat, Dreierlei der Petersilie – das ist alles super regional und fühlt sich trotzdem oder genau deswegen wie eine ganz neue Welt an. Wir können nur hoffen dass sie bald wieder aufmachen – und weiterhin ganz bei sich bleiben. “Vergiss nie, wo du herkommst!”. Auch das würde wohl der eine oder andere Kiezrapper genau so unterschreiben.
Ideal für: Besuch aus anderen Städten; wenn man was sucht, was es in anderen Städten so nicht gibt.












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