Der Schein trügt glücklicherweise auch dann, wenn der Schein gar nicht scheint. Denn im ersten Moment erinnert einen das Daruma ein bisschen an ein Vereinsheim einer Sportart, die ihre Glanzzeiten bereits hinter sich hat. Die nette Lampinondecke und die zahlreichen japanischen Details trotzen tapfer den etwas abgewetzten Holzkanten, den Bürostühlen und dem Teppichboden. Aber der kluge Gastronom weiß eh längst: es muss auch nicht jede Ecke instagramable sein. Und hier gehts eh unmissverständlich ums Essen: authentisches japanisches Sushi, weit entfernt von Avocado Maki und California rolls. Sobanudeln (in Hamburg eh schwer zu finden) mit Hummerkrabben in knuspriger Tempura. Und frisch gefüllte und gegrillte Gyoza, deren Teig genau perfekt ist. Und wenn man das Glück hat an der Bar zu essen ein Koch, der einen genau erklärt, zu welchen Nigiri man Sojasauce nimmt, dass man den Quatsch mit den Stäbchen besser lässt und seine Hände benutzt und der einen endlich mal zeigt wie man eigentlich die Garnelensushis mit dem nicht essbaren Schwanz isst. Mit so viel Hingabe und Entschlossenheit, dass er einem quasi von Hand füttert. Als beim Bezahlen dann auch noch “Ritsch-Ratsch” der analoge Kreditkarten-Imprinter rausgeholt wird, ist es wieder da, das Vereinsheim-Gefühl eines anderen Jahrzehnts. Diesmal aber verwandelt, von Skepsis in reines Wohlbefinden. Ein Kirin-Herrengedeck, bitte!
Ideal für: Fans japanischer Küche, denen Zutaten wichtiger als Shi-Shi sind







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