Café Paris

Der Fliesentisch musste ja einiges erleiden in der letzten Jahren. Er ist unbestritten das fragwürdige Prestigeobjekt des Prekariats, Hauptdarsteller diverse RTL2-Hartz4-Dokus, die Rillen immer gut gefüllt mit dem Tabak der Selbstdrehzigaretten. Seine großer Schwester, die Fliesendecke, hingegen hat es geschafft. Und besonders im Café Paris versucht sie mit ihrer mondänen Erscheinung effektvoll von ihrer buckligen Verwandtschaft abzulenken. Sie ist zum Glück nicht der einzige Grund hierher zu kommen. Immer noch einer der besten Orte um zu frühstücken, kann sich das Café Paris auch mittags und abends sehen lassen. Die Tageskarte ist immer überraschend und wartet, wenn man Glück hat, mit einem echten Highlight wie zum Beispiel einer Crevettenplatte auf. Und wenn man die Frage stellt, wer das beste Tatar Hamburgs macht, was man einerseits nicht machen sollte, weil die Frage genauso unbeantwortbar ist wie die Frage wer die beste Pho Hamburgs macht, was man andererseits doch machen sollte, weil was wäre das Leben ohne die Diskussionen zu Fragen zu denen es keine Antwort gibt, dann wäre das Café Paris ganz vorne mit dabei. Nur eine Bitte: wenn man Macarons mit nimmt, bitte verpackt sie wieder in Schachteln statt in Tüten, in denen sie sofort zerbröseln. Dann erzählen wir auch niemanden was von den ehrenrüchigen Familienverhältnissen eures Deckenmosaiks, ok?

Ideal für: Frühstück, Daydrinking, romantisches Abendessen wenn man Romantik auch ohne Flüstern haben kann

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